The Aggrolites – Rugged Road (Grover) ++ BEZIRK 7 TIPP ++
Jetzt wird es etwas schwierig und das nicht weil diese CD schlecht ist- ganz im Gegenteil! Sie ist RICHTIG gut, das Problem ist nur, dass bei dieser Promo CD die Trackliste nicht stimmt, bzw. die Trackliste schon stimmt, aber leider die Lieder auf der CD in einer anderen Reihenfolge sind. Seht mir also nach das keine Titel als Tipps angegeben werden, sondern das nachfolgend von den Titelnummern gesprochen wird. Wir könnten es allerdings auch noch einfacher machen und einfach das Wort Kaufbefehl in den Wind schreien, wenn es darum geht ULTRA(!!!!!!!!!!) traditionellen Die-Hard Reggae Sound aus heutiger Zeit sein eigen nennen zu wollen. Dabei ist es fast schon beängstigend wie traditionell man ist, denn grade bei den Instrumental Nummern dieser CD hat man das Gefühl rares Reggae Material aus der ersten Rude Boy & Skinhead Reggae Welle präsentiert zu bekommen. Das so was live auch bestens funktioniert, kann ich euch versichern, nach dem ich diese Band 2009 auf dem weltgrößten Rollertreffen auf der Isle of Wight gesehen habe. Das was dort geboten wurde ist nicht in Worte zu fassen, ohne hier der absoluten Unglaubwürdigkeit zu verfallen, lassen wir das also besser. Nicht lassen tue ich den Verweis der Anspieltipps, dieses wahrlich grandiosen Reggae Diamanten, der sich wie folgt darstellt Track 1, 2, das funkige „The Aggro Band plays on“ (Titel Nr.3,das hört man raus),4,5,7,8,9,10 - Der Reihenfolge könnt ihr ansehen wie gut die CD ist – hier gilt: Einlegen und Spaß haben! Ich habe das Ding jetzt schon einige mal durchgehört und kann noch ergänzen, dass sich „Rugged Road“ auch nach mehrfachem Einsatz in der Dauerschleife weigert (nach erster Begeisterung) ins Mittemaß abzudriften oder sich gar „kaputtgehört“ zu haben. Dieses Album zeigt auf dem Prüfstand konstant beste Leistung. Aggrolites zeigen hier wieder mal wie’s geht. Und sie zeigen noch was: Und zwar, dass man mit solchen Instrumental Stücken sogar die Regel „Ein Instrumental steht immer, in der Intensität, hinter einem Stück mit Gesang“ bricht. Reggae Tipp der absoluten Spitzen- und Extraklasse!! 7/7
Schrappmesser – The Shape of Platt to come (Bakraufarfita Rec.)
Das Ding hier geht steil und zwar auf platt! Bin ich auch definitiv kein Freund der Donots, macht dieses Seitenprojekt von Donots Mitgliedern allerdings Laune. Geboten werden 4 krachige Hardcore Stücke (auf limitiertem roten Vinyl) im münsterländischen Platt – für alle die das nicht glauben wollen, gibt es sogar noch die Texte zum nachlesen dazu. „3 Söpp 1 Fötter“ klingt wie Agnostic Front, ausgebrütet in einer Bauer Ewald Legebatterie, „Seucken un Kapottmaken“ ist eine westfälische Hardcore Knüppel Nummer zum Bullenritt und „Rür“ erinnert an Suicidal Tendencie’s „War inside my Head“, bei denen man sich auch bei der Covergestaltung bedient hat. 4 Songs die schnell `rum sind, aber tatsächlich Bock auf mehr machen. Im Fold Out cover steht noch was von „bringin’ back the „Oi Oi““ into Moin Moin“ – Die Typen haben `nen Dachschaden- aber der klingt gut. 5/7
Kitty in a Casket – Back to Thrill (Wolverine)
Ein Album was es einem nicht leicht macht. Zweifelsfrei können die Kitties spielen. Ohne frage ist hier Können und Arrangement auf höchstem Niveau zu hören- genau so ohne Frage ist das Ding für mich aber einfach gnadenlos überproduziert und verliert in überschliffener Studioproduktion und auf Mainstream zurechtgeschnittenem Cat Suit jegliche Power und Aussage. So leid mir das an dieser Stelle auch tut das so zu sagen. Hatten wir es Anfangs mit einer Band zu tun, die im Punkabilly angesiedelt wurde, haben wir jetzt mit eine Band, die im gesichtslos-geschliffen und blind konsumierbaren Dress auftritt und bereit ist sich im „15 Minutes of Fame“- Rudelbums der Musikindustrie verramschen zu lassen. Das klingt hart und die Band wird mich dafür hassen, aber ich kann das verlieren eigenen Stils nicht anders nennen. Erst recht nicht, wenn sich das hier zu hörende an einigen Stellen nicht zu dem unterscheidet, womit einen nationale „Trend“- Sender wie „Eins Live“ und Konsorten jeden Tag den Gehörgang, ob des plakativen zur Schau getragenen Nichtsaussagens der Tages-Trend-Ramschware vergewaltigen. Wenn in „Monster High School Party“ von High School Party gesungen wird, dann glauben wir gerne ,dass sich das ganze so auch auf einem “American Pie” Soundtrack wiederfinden könnte, der Anschlusssong “Don’t get me wrong” könnte sogar in Bridge und Refrain von Avril Lavigne kommen. Ich denke die Richtung der Band ist da klar hörbar ausgerichtet und zwar in Marschrichtung Mainstream. Mir persönlich ist das alles zu geschliffen, zu weichgespült, ohne Ecken und Kanten und letztendlich ein Produkt was jeglichen Bezug zu vorherigem der Band hinter sich lässt. Sicher nicht schlecht und für Mainstream-Masse (..und American Pie Soundtrack-/ Avril Lavigne Fans)Hörer das richtige, aber für mich einfach zu gesichtslos. Vielleicht ändert sich das aber auch alles noch mal, da wollen wir die Hoffnung nicht aufgeben.. genau so wie die Hoffnung, dass einen das eigene Gehör im Stich lässt und fälschlich den Eindruck erwähnt, dass es sich hier um ein elektronisches Schlagzeug handelt was hier sämtliche Tracks bekleidet.. Es gibt Dinge die sind einfach schwer in diesem Haushalt zu verkraften.. und damit meine ich nicht nur Plastik Schlagzeuge, sondern auch das Fremdficken mit der Plastik-Industrie. 0/7
Peter Alexander – Rote Rosen, rote Lippen, roter Wein (Membran) ++ BEZIRK 7 TIPP ++
Im Februar 2011 ging einer der wenigen wirklichen Charakteren, die die deutsche Unterhaltungsindustrie noch zu bieten hatte. Weitab von all den Schweiger’s, Schweighöfers, Kretschmann’s, Schenke’s, Tschirna’s, Brühl’s, Schwarz’ und wie die Wegwerf- und selbstgefällige Selbstdarstellerriege im vergeblichen Krampf, ihre Kleinkunst dem Pöbel mit Hang zur Gosse & Belanglosigkeit als „großes Theater“ oder „Kunstprodukt“ zu verkaufen, sich auch schimpfen mag. Aber genug davon. Es darf nicht sein, dass ein Name wirklicher Größe mit solch niederer Erbärmlichkeit gleichgesetzt wird, wie sie uns die heutige Medienindustrie lehrt. Fast zeitgleich mit Peter Alexanders Tod erschien diese 4 CD Box, die das Schaffen des Ausnahmekünstlers besserer Tage und größerer Zeiten veranschaulicht. Das, mit Verlaub gesagt, auf eine imposante Weise, die so nicht zu übertreffen sein dürfte. Ganz sicher liegt das auch am unermüdlichen Einsatz Alexanders aus den Jahren 1951 – 1958, aus denen sich die hier vorliegenden Lieder zusammensetzen. Wie aktiv Alexander in dieser Zeit war, lässt alleine die Anzahl der Gesamttitel dieser Box erahnen, denn die bringt es auf 96 (in Worten: Sechs-und-Neunzig!) Titel. Vom Chanson, zum Tango, Swing, zum sich andeutenden Rock n Roll, zum Schlager, hin zum Revuetitel und wieder zurück. Nicht zu vergessen dabei natürlich die unzähligen Titel, die Alexander für den deutschen Film jener Tage eingesungen hat. Vieles davon heute für Sammler gesuchte Raritäten, die in Originalpressungen entweder vergriffen sind oder in zumutbarem Zustand hohe Sammlerpreise abverlangen. Hier nun also diese erschöpfende Sammlung in bester Qualität als Box- Edition zusammengefasst. Natürlich auch dabei die Titel „Ach Herr Kuhn“ / „Sag’ beim Abschied leise Servus“ / „Mein großer Bruder“ / „Optimisten Boogie“ / „Weinlied“ / „Jambalaya“ / „Bumms“ / „Ein Musikus“ / „Es liegt was in der Luft“ / „Du bist die richtige“ / „Oh, Mister Swoboda“ / „Sing, Baby, Sing“ / „Komm ein bisschen mit nach Italien“ / „Das ganze Haus ist schief“ / „Rocky Tocky Baby“ / „Du hast mir mein Herz gestohlen“ / „Venga, venga, Musica“ und „Bambina“, die allesamt das Bild und den Namen Peter Alexander nachhaltig prägen sollten. Eine schöne Box gesammelter Erinnerungen aus einem Leben der deutschen Unterhaltungsbranche, das seinesgleichen suchen dürfte. Und das uns mit „Sag’ zum Abschied leise Servus“ von einem der ganz großen Abschied nehmen lässt, der es nie nötig hatte durch plakative Plattheiten, gesuchtes Rampenlicht, beschämende Selbstbeweihräucherung und dem unter „Kultur“ verkauften, minderwertigen, Blick nach dem Blitzlichtgewitter das darzustellen, was uns die „Kulturgüter“ der heutigen Zeit an Geduld und Beherrschung, ob ihres quotenprostituierenden Treibens abverlangen. „Es kommt für alles schon, einmal die Endstation, man ändert heut' sein G'Spusi, wie sein' Lieblingsmusi, per Saison.
Sag' beim Abschied leise 'Servus', nicht 'Lebwohl' und nicht 'Adieu', diese Worte tun nur weh.
Doch das kleine, Wörter'l 'Servus', ist ein lieber letzter Gruss, wenn man Abschied nehmen muss.“ 7/7
Bonsai Kitten – Done with Hell (Wolverine) ++ BEZIRK 7 TIPP ++
Psychobilly und Frauengesang – finden wir erst mal super. Praktisch aber oft auch (diplomatisch ausgedrückt) „polarisierend“. Bei einigen Vertretern einfach zu quiekend und auf Dauer zu anstrengend, bei anderen (ohne das sexistisch zu meinen) gesanglich etwas flach auf der Brust. Mit Bonsai Kitten haben wir allerdings eine Ausnahme, die die Regel bestätigt, dass auch Frauen ohne Abzüge rocken und punkten können. 10 Songs gibt es auf diesem Album und die Stimme knallt in einem Rutsch angenehm und mit Charisma durchs Set. Da bleiben keine Wünsche offen. Wenn doch, dann lädt man eben wie auf „Done with Hell“ Kollegen zum Tanz. In diesem Falle Köfte von Mad Sin. Die Aufmachung kann ebenfalls einiges und so gibt es ein Fold Out Booklet, dass sich nicht nur wegen des reichlich bebilderten Innenteils mit Sängerin Tiger Lilly Marleen für den Spind frustrierter Zeitsoldaten, Serienmörder in Ausbildung und Kunstblutjunkies eignet. Neben der für mich absolut herausragend- angenehmen Klangfarbe von Lilly besticht man auch noch mit Vielfalt, denn dieses Album kann alles bedienen, wonach das Herz des melodischen Punkabilly Hörer verlangt: Schnelle Passagen, ruhige Songs, Melodie, Härte, eigene Stimmung und eine Produktion, die (im vergleich zu vielem was hier seinen Weg in den Reviewreisswolf findet) PERFEKT und trotzdem NICHT überproduziert klingt. Besser kann man ein solches Album nicht aufnehmen und seine eigene Intensität betonen. Anspieltipps: „Don’t mess with me“ / „We want more“ /Please Mr. Jailer” / “The Cock is dead” und “Virgin Suicide”. Beindruckendes Album und Punkabilly Fans mit Hang zur Melodik haben hier einen unabdingbaren Kauftipp! 7/7
Razorblade – Gegen die Masse (Rebellion)
Zugegeben, ich wunderte mich doch schon sehr, als Wouter mir von dem Plan erzählte ein komplettes Album auf deutsch zu veröffentlichen. Bis dato dachte ich er würde gegebene Erbfeindschaften teilen und pflegen wie man selbst, aber keine Frage auch, dass ich ihm beim übersetzen und „geradeziehen“ der deutschen Texte geholfen habe als er mich fragte. Erschreckenderweise haben andere wohl auch noch mal Text(un)maß angelegt- und dabei gleich den Duden weggelassen, kann aber auch daran liegen dass man sich von Deutschen hat helfen lassen, die selbst größte Probleme mit der eigenen Sprache haben, in der sie sich in eigenen Verklausielerungen unfreiwillig komisch auch sonst einen abbrechen („Auf der Suche nach dem ultimativen Wort“ –die didaktische Fortsetzung von „Sie nannten ihn Pferd“..).. nun ja, unter den blinden ist der einäugige König.. Nun liegt also das Ergebnis vor, im Ausklappbaren Digipack und tatsächlich: 10 Lieder gibt es auf deutsch. Im Gegensatz zu anderen Razorblade Veröffentlichungen geht es hier eher im Mitteltempo zur Sache, entgegen der ansonsten angestimmten härteren Gangart der Band. Die Texte hören sich dadurch etwas langgezogen an und über Strecken wirkt man daher etwas langatmig. „Trinkfest in Deutschland“ ist aber dennoch eine Nummer die Spaß macht und mit „Drogen“ spricht man eine klare (deutsche) Sprache, die man sich von vielmehr Bands, auch in Deutschland, wünschen würde! Vielleicht hätte man einfach noch mal eine Single oder EP mit diesen Tracks und „Die letzten 10 Jahre“ machen sollen, das wäre absolut O.K. gegangen. Hier im, komplett deutschen Outfit, ist das vielleicht alles etwas zuviel des Guten, wobei ich die Kritik nicht(!) am sprachlichen hege, sondern darin, dass man hörbar an der ein oder anderen Stelle nicht wusste wie man diese „fremde“ Sprache musikalisch verpacken soll. Zumindest ist man angenehmer als Jopi Heesters, der auch schon für Deutsche gesungen hat, wenn auch vor etwas „anderer“ Zielgruppe seinerzeit („..er war eine feiner Kerl!“) und das lässt uns doch ein stückweit aufatmen. Mich würde nicht wundern, wenn sich dieses Album im englischsprachigen Raum durchsetzt, die stehen bekanntermaßen auf derlei Späße um die deutsche Sprache. Für den deutschen Raum wünsche ich mir für die Zukunft wieder ein englisch gehaltenes Album mit mehr Druck nach vorne. 2/7
U.K. Subs – Complete Punk Singles Collection (Capt. Oi!) ++ BEZIRK 7 TIPP ++
Vor einiger Zeit veröffentlichte Capt. Oi! das aktuelle U.K. Subs Album „Work in Progress“ das, ohne falsche Begeisterung zu heucheln (und ich bin nicht unbedingt der größte U.K. Subs Fan), ein echter Kracher war/ist. Nun gibt es einen weiteren Subs Release oben drauf und zwar eine minutiös zusammengetragene DOPPEL CD BOX mit allen Singles der ehrwürdigen erste Stunde Punks aus England. Da kommt natürlich einiges zusammen und, abgesehen von den unendlich scheinenden Veröffentlichungen der Band (welche ich bei einigen Alben doch recht grenzwertig finde), haben wir hier eine Quintessenz an wirklich dem besten, was die Band um Charlie Harper bis dato verbrochen hat. Das ganze aufgelistet von den frühen Tagen bis ins jetzt. Dazu gibt es ein dickes Booklet mit aussagekräftigen Linernotes zu den jeweiligen Songs, vielen Bildern und für’s Pint nebenbei auch noch einen Bierdeckel oben drauf! Das kann sich sehen und hören lassen und mit Kult-Stücken wie „C.I.D” / “Party in Paris” / “Stranglehold” / “Wahrhead” / dem wavigen “Keep on Running”/ “Jodie Foster” (das, in leicht anders angeordnetem Beat, so auch von Iron Maiden Mitte der 80er hätte kommen können!) / „Day of the Dead“ und „Riot“ wird nicht nur Punkgeschichte dokumentiert, sondern auch im Gesamtbild gebührend in Szene gesetzt. Wirklich gute Single-Collection und nicht nur für U.K. Subs Fans eine lohnenswerte Sache. Absoluter U.K. Punkrock Must Have! 7/7
Split Image - ..bringen Licht! (KB Records)
Nach dem Neuauflegen älterer Scheiben auf KB Records lassen sich die Paderborner Provorocker nicht bitten auch ein brandneues Album auf die Welt loszulassen, das im gewohnten Spagat zwischen Punk / Oi! & Rock tingelt. Da ist für jeden was dabei, versehen mit polarisierendem Gesang (entweder man mag ihn oder lässt es, da ist man genau so kompromisslos wie bei den Texten), breiten Gitarren und einer guten, ehrlichen straßen- und Clubtauglichen Produktion. 12 neue Stücke gibt es, die so ohne Frage den Höhepunkt des Schaffens der Band markieren. Textlich geht man immer noch dahin wo es weh tut, das tun zwar die vielen (gähn) anderen „großen“ SuperDuperVollKrass- Bands die uns eher langweilen auch, aber hier ganz einfach glaubhafter. Vielleicht auch, weil man das eigene Schaffen in erster Linie für sich selbst und nicht für das primär ausgerichtete Schulterklopfen anderer macht. Dementsprechend hat sich Sänger Gian-Franco auch dazu hinreißen lassen ein sehr langes Wort zur Band zu schreiben. Vielleicht ein bisschen zu lang, aber zumindest wird so auch nichts ausgelassen. Neben einem schick aufgemachten Digipack (bitte mehr Bilder der Covergrazie!) gibt es ein aufwendig gestaltetes Textblatt zum ausklappen mit allen Texten und eben genannten Infos zur Band aus eigener Feder. Ein gutes Album, das durch rockige Passagen zu gefallen weiß, ohne dabei gleich in die Schublade Deutschrock zu rutschen. Wobei das einkasteln in Schubladen bei SI! Sowieso nicht so einfach fällt, zu groß sind da die prägenden Einflüsse. Anspieltipps: „Freitagnacht“ / „Die Welt ist eine Scheibe“ / „Nur so“ und das textlich Tacheles redende „Neo oder neu“. Auf vier Scheiben war SI! Damals ausgelegt- wir werden sehen wie es, nach erreichen des Bandeigenen Minimalziels, nun weitergeht.
4/7
The Business – Mean, Mean Girl 10“ (KB Records) ++ BEZIRK 7 TIPP ++
Edel! In der (im wahrsten Sinne des Wortes) glänzend gestalteten Hülle versteckt sich weißes Vinyl. Das ist limitiert, genau wie diese 10“ hier selbst. Um genau zu sein auf 111 Exemplare auf schwarzem & 389 Stück auf weißem Vinyl + Textblatt & Sticker. Nun hat man sich im Hause KB Records aber nicht hinreißen lassen lediglich einen Aufguss von altem Scheiß aufzuwärmen sondern legt zu den Tracks der (unter gleichem Namen) veröffentlichten MCD noch einen Bonustrack drauf, den es auf der CD Version NICHT gibt und lädt uns auf der B-Seite zur Zeitreise ins Jahr 1982 ein, wo wir seltene Aufnahmen aus dem legendären Marquee Club hören! Ohne Zweifel grandiose Jahre für die Band und mit einem Album wie dem unschlagbaren „Suburban Rebels“ im Rücken werden hier Versionen von Loud Proud 'n' Punk/ Blind Justice/ Suburban Rebels/ Harry May und Smash the Discos geboten, die euch die 80er ungefiltert um die Ohren hauen! Sehr fettes Teil und so gut und frisch haben Business LANGE nicht mehr geklungen!! Bitte weiter so! 7/7
Fatal – Grau in Grau (Rebellion)
Wer noch ein paar gute Tipps zum gelungenen ersten Date brauch’, dem sei zur Band FATAL geraten. Eine 16 Titel starke CD haben die 4 Herren auf die Menschheit losgelassen und mit „argumentativ wertvollen“ Hits wie „Blasen macht kein Krach“ nicht nur die Psyche des anderen Geschlechts verstanden, sondern auch wie man flotten Oi!-Punk im Jahre 2011 spielt. Dazu noch ein paar Songs über Oi! Punk, gegen PC, zum Way of Life und “Gute Nacht Weisse Pracht” Aussage. Das ganze im schnelleren Mitteltempo und irgendwo zwischen Smegma und frühen Pöbel und Gesocks. Anspieltipps „Blasen macht kein Krach“ / „PC“ / „Ihr könnt uns mal“ und „Way of Life“. Vom Gesang her erinnert das ganze auch ein ums andere mal an spätere Molotov Soda. Wer also rau und schmutzigen Oi!-Punk mag, kann der Band eine Chance geben. 3/7
Puta Madre Brothers – Queso Y Cojones (Rookie)
Wenn Leute aus Australien kommen, mit falschem spanisch und dann noch auf Mexikaner machen wollen- dann stimmt irgendwas nicht. Auf dem in Musik gefassten Irrentrip geht es dann rasant zur Sache, denn 14 mal klopft man sich den staubigen Alltag der Steppe von der mexikanischen Uniformjacke, und rockt die Junta nach bester Manier. Das muss nicht zwangläufig immer an der Wand enden und so hat man mit „Queso y Cojones“ / „Toes of a dead man“ und „Soy una fruta“ den Soundtrack für Aufbau, Umsturz und Feierabend- Tequlia im rumpelnden Gefährt. Wer den Spaghetti Western Soundtrack des Jahres 2011 sucht- bitte schön. Viva Mexico, Cabrones!
Tommy Gun – Always True (Wolverine)
Flotter Ami Punkrock im Fahrwasser von Social Disortion, Green Day, Sum 41 und Pennywise. Da ist die Richtung und Zielgruppe klar: Nämlich definitiv nicht meine! DENNOCH -und jetzt wird’s interessant- nervt das Album nicht, wie die meisten „Ami-Punk“ (wobei eher das Wort Punk dabei in Anführungszeichen zu setzen ist) Scheiben, sondern kommt frisch und ohne das bereits tausendfach ausgelutschte kopieren der oben genannten Bands aus. Gleiche Schublade O.K., gleiches kopieren ,Nein. Das geht durchaus in Ordnung. Stücke wie „Brutal, rough & dirty“ / „Letters I’ve never sent“ und „My Soul for“ haben auf diesem Silberling echten Charakter. Die Aufmachung stimmt im Digipack samt Booklet und allen texten ebenfalls. Ein echter Geheimtipp und wer auf die Mische zwischen oben genannten Bands und American Pie Soundtrack- „Punkrock“ steht und das ganze noch mit `nem Schuss Streetpunk a la Rancid, Streetdogs und Generators wünscht, der hat hier einen Tipp, den er ins Auge fassen sollte. Ach ja: Bei all’ dem Ami-Vergleichs-Gedresche von mir sei noch gesagt, dass zu aller Überraschung Tommy Gun aus dem beschaulichen Österreich kommen. Da werden ja die Nockerln beim Konditor verrückt! 5/7
Crossfire – Tomorrow Burns (4 Subculture)
Kärnten, Teil Österreichs der kritisch beäugten Landeshauptmänner, der Tradition und der gutbürgerlichen Erscheinung. Ausgerechnet da kommen nun Crossfire her und wollen uns allen Ernstes erzählen, dass deftiger Streetpunk mit HC Kante (wie man es heute nennt: Streetcore) dort ebenfalls ein zu Hause hat. Das dürfen sie uns auf vorliegendem Silberling nicht nur 12 mal erzählen, nein, wir glauben es ihnen spätestens ab dem Song „Trigger“, dass die Kreuzfeuer-Jungs wissen wovon sie reden! Druckvolle Produktion, satte Riffs, donnernde Bässe und nach vorne knüppelndes Schlagzeug pochen hier auf ihre Streetcore Daseinsberechtigung, die ihnen ohne weitere Fragen ausgestellt wird. Hier werden Freunde dieser musikalischen Gangart ihre wahre Freude haben. Der Rest bekommt die volle Breitsaite der Gitarren ab, denn Gefangene werden hier nicht gemacht. „Trigger“ / „Tomorrow Burns“ und „Reptile Anthem“ heben sich vom (schon überdurchschnittlich gekonnten) Rest ab und man darf gespannt sein was aus dieser Band noch wird. Vor allem da hier das Spiel zwischen Melodie und Härte verstanden wird, heißt: Nicht nur HC Kante, sondern auch flüssiges Riff und packende Gesangspassagen gibt es hier zu Hauff. Aufmachung ist ebenfalls tippitoppi und das Booklet stimmt mit Fotos und sämtlichen (guten!) Texten auch den graphischen Zweifler zufrieden. Eine echte Streetcore Überraschung, die im Auge behalten werden will- da kommt ganz sicher noch was! -Core’ts ab, Burschen!! 5/7
Kärbholz – 100% (Asphalt)
Ich kann mit gutem Gewissen sagen: ICH HASSE DEUTSCHROCK! Genau so kann ich (auch hier nachlesbar) sagen, dass ich die Band Kärbholz bis dato stets als absolutes Negativbeispiel gesehen habe. Jede Produktion war bisher „Anne Eier“, die Musik selten dämlich und wenn der Charakter der Aufnahmen sinnbildlich mit einem Dorftrottel im Onkelzshirt, der sich die eigenen Klamotten auf dem Schützenfest der Ortsansässigen Bürgerwehr voll kotzt zu veraugenscheinlichen gewesen wäre, hätte kein Bild besser gepasst. Nun werde ich in der Zukunft sicherlich auch nicht mit Deutschrock vertrauter, geschweige denn irgendwann noch mal Freund davon, aber- und da wollen wir dem Ansatz eines Reviews gerecht bleiben- haben wir hier zum ERSTEN MAL ein Kärbholz Album vorliegen, auf dem alle Instrumente die verdiente Mischung bekommen haben, alles die richtige Lautstärke hat, und alles zwar irgendwo zusammengeklaut und vorher schon tausendmal bei den üblichen Frankfurter Vorbildern gehört klingt, aber –und das (siehe Review) danke ich, nach ihrer unterirdischen Live MCD kürzlich, der Band schon fast: alles nach „einem Schuh“ klingt. Mit „Halt’s Maul, Timmi“ & „Diese Stadt“ hat man sogar ganz angenehme Nummern fürs ansonsten deutschrockfeindliche Ohr am Start. Das es letztendlich dann doch kein Versöhnliches Ende der ganzen Chose gibt, liegt dann wohl zu 88% wohl am letzten WE, auf dem ich dann Zeuge eines Kärbholz Konzertes werden durfte. Nachdem sich die Band in Lohmar von einem Publikum feiern ließ, dass sich bis auf die T Shirts von Freiwild, Onkelz, Kärbholz kaum von dem Publikum der ortsansässigen dörflichen Bauerndisco (Schnittmenge: Prolet bis Computer/ Rollen Spiel Nerd) unterschied, schienen grade Aussagen wie ein „Halt’s Maul Timmi“ Lied, indem sich gegen Rechts ausgesprochen wird eher aufgesetzt bis verlogen, wenn man sich in einer Rutsche auf der Bühne dazu selbst beglückwünscht, wie geil man diesen Event selbst organisiert und selbst gestemmt hätte und sich dann vor der Bühne vom Dorffascho bis zum bekannten Neonazikader in der üblichen Onkelz- Landserheftromantik gesuhlt wird und auch das übliche Totschlagsargument „Solange sich jeder benimmt ist uns alles egal“ ins wanken gerät, wenn Besucher von genau diesen Leuten angepöbelt, bedroht und angegangen, Klamotten von Thor Steinar plakativ zur Schau getragen werden, mit Keltenkreuzshirts `rumgelatscht und vor der Halle „White Power“ und Naziliedgut gegrölt wird, während einige auch das zucken im Arm nicht mehr unter Kontrolle hatten. Leute, haut mir ab mit diesem ganzen Dreck, es nervt schlichtweg nur, genau wie die Diskussionen, die wahrscheinlich KEINE Deutschrockband verstehen kann, weil diese Leute einfach weder irgendeine Szene haben noch irgendeine Szene sind und damit konsumieren und „dabei sein“ genau wenig mit „irgendwas hinterfragen / zu irgendwas ne Meinung haben“ zu tun haben bzw. genau so egal/überflüssig ist, wie beim Karneval /dem Schützenfest oder Papas Trecker mit 20 Km/h über die Landstrasse zu bewegen. Ich hätte kaum gedacht, dass die Kombination 38jähriger mit Rotzbremse und Audi Sport vor der Tanzschule (auf seine 16 jährige Freundin wartend) vom Intellekt (grade im Rheinland) noch mal unterkellert werden kann.. Schon der Physik LK lehrte mich vor über 10 Jahren: Alles ist möglich.
Enkelz – DasDieBeste (e-recordz)
Und wieder eine Deutschrockband. Nicht nur namentlich als Blindkopie der großen Vorbilder am Start, nein auch textlich wird versucht da anzuschließen, wo die Onkelz ihre Spuren hinterließen. Das ganze Ding ist allerdings noch langweiliger, als die gefühlten anderen 34000 Deutschrockalben, die ich vor den Enkelz hören musste. Lahme Mucke, nervige Stimme, Musik ohne Tritt zum einpennen und ist das zu allem übel auch noch ein elektronisches Schlagzeug?! Der ganze Silberling hat 10 Titel, von dem der letzte Track sinnigerweise „Schmerzbefreit“ heißt. Da kann nicht mal der „Skandal“ um das frühere Schaffen des Bassisten Dominik die Band interessanter machen und das will bei den Statements, Rechtfertigungen und „Vergangenheitsbewältigungs-Aussagen“ (http://netterblog.blogg.de/eintrag.php?id=125) schon einiges heißen. Das Ding ist einfach nur scheiße-langweilig. Auch ohne Skandale. 0/10