Ab sofort wird hier zur besseren Übersicht der kauffreudigen Zunft ein PUNKTESYSTEM eingeführt, das von 1-6 reicht!
Je HÖHER die Note, desto BESSER die Veröffentlichung- ass' klah?!
-Fein.
Jetzt zu den Positiv-/ Negativ- Ausnahmen:
Absolute Rohstoffverschwendungen werden mit einer kapitalen "0" gekrönt, während der absolute Ausnahme-Kracherreifen mit einer lieblichen "7" gekürt wird!
WERTUNGSFREI bleiben dabei Demos (da man hier nicht von einer "offiziellen" Veröffentlichung sprechen kann - und es ausserdem keine neue Band verdient bei ihren ersten Schritten verrissen zu werden) sowie die Art von Tonträger, zu dem einem beim Besten Willen einfach gar nix mehr einfällt..
The Dislikes – Demo CD (Eigenvertrieb)
Direkt aus dem Proberaum heraus, schmeißen die Dislikes ihre Demo/Promo CD mit 5 Titeln auf das ahnungslose Volk. Ohrenscheinleich hingezogen fühlt man sich dabei zu Punkrock, Hardcore und Rock n Roll und zeigt bei Titeln wie „Deadspeed“ auch, dass man genau das zu mischen weiss. Das alles mit knallender Produktion und richtigem Studioeinsatz könnte wirklich zu überzeugen wissen, die rockigen Parts erinnern sogar etwas an Evil Conduct. Die Coverversionen von „Suspicious Minds“ und „Folsom Prison“ würden sich auf jeden Fall in besserem Soundgewand lohnen! Man wird sehen was da noch so kommt – im Bembelstemmen scheinen diese Hessen aber geübt, was schon mal für ein promiskuitives Rock n Roll Leben oberstes Handwerkszeug ist!!
Atemnot – Unvergessen (SN Punx)
Binnen kürzester Zeit ist das jetzt schon das dritte Album was mir von Atemnot vorliegt. So was kann mitunter Tücken bergen, vor allem dann wenn es um die Qualität geht. So leider auch hier. Schon der Opener kommt lahm daher, das Tempo ist schleppend und der Gesang klingt einfach nur gelangweilt. Leider streckt sich dieser Eindruck über die gesamte CD hinweg, so dass insgesamt 16 Lieder hier einfach too much sind. Vielleicht in Zukunft wieder etwas mehr Zeit lassen und frische Musik machen, wie sie auf den beiden Vorgänger Scheiben der Fall war. Das man das kann hat man schließlich bewiesen. Das hier klingt jedenfalls alles einfach viel zu unausgegoren. 1/7
Japanese – European Friendship –Sampler (True Force)
Vor ungefähr 12 Jahren gab es einen unheimlichen Run von Skinhead/ Streetpunk & HC-Punkbands aus dem Land der aufgehenden Sonne, einige waren astrein (Miburo, Youth Anthem, Bollocks, Cobra) andere eher „pädagögisch wertvoll“ (Tom & The Bootboys, Discocks) und viele schafften es nicht über den Status als musikalische Eintagsfliege über eine EP oder Single hinaus- sei es wie es sei, die meisten Sachen hatten immer ihren Charme. Irgendwann wurde es dann aber immer stiller um diese Szene, so dass ich zumindest davon ausgegangen bin, dass hier lediglich ein schnelllebiger Trend seines Weges zog. Anscheinend weit gefehlt, denn auch 2010 kann man noch Bands dieser Machart hören, die hier -zusammen mit europäischer Unterstützung- (* Grauzonen Modus ein * Mit dieser Achse fuhr man bekanntlich stets gut, wenn es um krachende Importe ging, von der die ganze Welt was haben sollte * Grauzonen Modus aus *) auf dieser Zusammenstellung zeigen was sie können. Musikalisch bleiben viele dabei weiterhin am englischen Original der ersten Welle weit angelehnt (passend dazu ist das Artwork komplett in claret and blue gehalten), aber auch eigener Stil (mit besonderem Hinblick auf musikalische Ausgefeiltheit) findet da den Weg ins Liedgut der hier (hauptsächlich in Landessprache singenden) japanischen Bands. Das 16 Nummern starke Line Up liest sich dabei wie folgt: War Risk 3, Urancho, Hetaroi, Noroshi, Dowina, Worth, Soultamer, 4B Union, Janitators, Antifad, Royal Steakout, The Voi!ces, Bottlejob, Rogue Trooper, Berliner Weisse, The Ditchman. Einige Bekannte Bands unseres Kontinents also und eine ganze Reihe neues zu entdecken was den japanischen Anteil angeht. Besondere Highlights gibt es dann von Dowina (für mehr über die Band lohnt übrigens ein Blick ins Bezirk 7 Interview Archiv auf dieser Seite!)/ Royal Steakout/ The Voi!ces/ Bottlejob, Rogue Trooper sowie The Ditchman. Dazu gibt es noch ein liebevoll aufgemachtes Booklet mit Fotos, Texten und Infos zu den Bands. Tofter Scheiss aus dem Land der aufgehenden Sonne mit einigen wirklich interessanten Kapellen, die Lust auf mehr machen. Sympathischer Silberling! 4/7
The Gundown / Von Dänikens - Bomb this City SPLIT (Subwix) ++ BEZIRK 7 TIPP ++
Auf diese Split hatte ich mich total gefreut, was besonders an dem neuen Zeug der Von Dänikens lag. Deren Vollzeitalbum-Debüt hatte mich komplett überzeugt und deswegen flog deren Seite dieser sympathisch aufgemachten Split LP als erste auf den Teller. Direkt da wo „12 Hot Shots“ aufgehört hat setzt man mit seinen hier 5 gebotenen Songs wieder an und präsentiert erneut rotzfrech vorgetragenen, melodisch gekonnt in Szene gesetzten, Streetpunk wie man ihn sich nicht besser wünschen kann! Mit Liedern wie „Marcial Wanna be Irish“ (Mit hitverdächtigem Folk Einsatz auf den Spuren der besten Dropkick Murphy Songs!) / „Paqui Bashing“( Ein Spitzentitel, der nicht mal Provokant gemeint war- das ist ein landesprachliches NORMALES Gebrauchswort und nicht mal die Band selber hat sich darüber Gedanken gemacht, ob das vielleicht im Rest der Welt falsch verstanden werden könnte, hehe. Dat is‘ Punk!!) und der Hymne „A Riot of our Own“ sowie der Schlussnummer “Oye Chati” (bei dem man für nen Moment ernsthaft überlegt, ob Cock Sparrer nicht doch schon immer aus Tarragona/Espana kommen) geht man dann auch im direkten Vergleich zu Gundown als erstes über die Linie (..und lässt am Ende WIEDER nach mehr schreien), wobei auch Gundown ein mit ordentlichem (und ebenso melodischem) Streetpunk sonnigen Temperaments überzeugen können und neben eigenen toften Tracks wie „Not Sorry“(..und angetäuschter, Iron Maiden-gleicher Solo Einlage, wie wir sie so nur noch zu „7th Son of a 7th Son“ Zeiten kennen) „Friday“ und dem Sprenger „Blank Page“ zusätzlich auch noch eine schicke Coverversion von The Crack’s „Don’t just sit there“ im Programm haben. Dazu gibt es dann noch ein Textblatt mit allen Texten, Bildern und Infos zu beiden Bands. Und als ob das alles nicht schon genug wäre ist das Ding auch noch auf 499 Stück limitiert! Wir pfeifen, zu den Klängen dieser Scheibe, ein leises „zuschlagen!“ in den Wind.. 7/7
The Kendolls – S/T (Subwix)
5 Songs - 15 Minuten rasante Fahrt zwischen Queens of the Stone Age ,Refused und Indierock. Ich bin sicher das Ding wird seine Freunde finden, mir ist das ganze allerdings einfach zu sehr auf Pop-Mainstream-MTV-Arschgesicht-Sound getrimmt, von deren geschminkter und mit Idiotenfrisur tragenden, zu eng-behosten, Pissgesichter-Nachzucht die Fußgängerzonen dieser Städte eh schon viel zu voll sind. ..schon meine Mutter hat immer hat meine mangelnde Objektivität in solchen Momenten bemängelt..
Spankies – End of Transmission (Subwix)
Schneller Nu-School Hardcore mit Punkeinschlag und leichten Screamo Einsatz..aber leider überhaupt nicht meine musikalische Baustelle.
The Suicide Kings – Rule the Apocalypse (KB Records) ++ BEZIRK 7 TIPP ++
Wirklich Spaß macht es ein Album zu reviewen, wenn es wirklich was zu berichten gibt- hier zum Beispiel. Klar, das Debüt hat mir gefallen, aber was hier an Nachfolger präsentiert wird punktet, ohne Umwege, direkt und genau wie ein Schlag aufs geschundene Fressbrett! 10 neue Tracks, 10 Streetprunkkracher, die ohne falsche Bescheidenheit auch in der internationalen Liga mitspielen können. Dazu brauch man weder aus den Staaten, der Bronx noch aus New York kommen- da reicht HESSEN aus. Ja, genau, fuckin‘ Hessenzeigt wo hier der Streetpunk-Bämbel hängt. Sogar balladeske Töne streut man auf einer Nummer wie „Surrounded by Evil ein, ohne dabei fürs restliche Gesamtwerk die Sparten Punkrock, HC, und dreckigen Rock’n’Roll zu vergessen. Das ganze in tip top Produktion und hier (beim schreiben dieser Zeilen) das nunmehr 6. Mal in Wiederholung auf oberster Schlagzahl. Härte küsst hier Melodie-krachende Becken und feuernde Gitarren knallen dir vor’n Kopf, wie es sonst nur der Schädel auf die Tischplatte an Feiertagen tut..Kinder, gehet hin in Frieden-und nehm diesen verdammten Tonträger mit!!!!!!!!!!! 7/7
Foidal – Spirit of 1669 (KB Records)
Alter, was für eine totale Scheisse! 0/0
Popperklopper –Was lange gärt wird endlich Wut (Nix Gut)
Und wieder eine Band die zeigt, dass die Zeit nicht stehen bleibt- 20 Jahre haben die Popperklopper mittlerweile auf dem Buckel, des musizieren überdrüssig geworden sind sie immer noch nicht. Frühe Songs wie „Gewalt“ oder „Deine Augen“ hat man da noch imOhr und auch wenn man heute weniger wütend klingt ragt man, heute wie damals, aus dem üblichen Deutschpunkbrei heraus. Musikalisch und textlich erwachsener geworden und reflektierter im Inhalt, das ganze mit rundlaufendem Sound, der live sicher punkten wird, hier aber schon mal sicher ins Ziel führt. Was unter anderem auch Gesamtprogramm dieses Silberlings liegt, denn: Kommen tut der im aufwendig gestalteten Digipack, plus einem Text-Poster und zu den 15 Songs gesellen sich dann noch 4 Live Videos älterer Popperklopper Klassiker oben drauf, die beim Gig auf dem Resist to Exist-Festival aufgenommen wurden. Mehr kann man da einfach nicht unterbringen, um das volle Packet für den Käufer zu bieten. Als Anspieltipps gibt’s hier „The great Divide“/ „No Future“/ „One Track Mind“ und “Ain’t no Loser”. Freunde schnell des gespielten Deutschpunks, der gänzlich ohne Parolen auskommt sollten das Ding unbedingt ins Auge fassen, Qualität wie Anspruch stimmen hier satt. 5/7
Dollface – Silent Rebellion (65 Productions)
Das Indierocklabel 65Productions bleibt seiner Linie treu und veröffentlicht hier eine Indie-Rock Band aus Schweden, die mal düsteren, mal gewollt kantigen - keines Falls aber Sound zum nebenbei hören spielt. 14 Titel hat man dabei im Gepäck und als Vergleiche würde ich dem geneigten Indie-Rock Ohr das Schaffen von Bands wie Queens of the Stone Age und die schwereren Stücke der Arctic Monkey mit auf den Weg geben. Mir persönlich fehlt hier etwas der Kick, das kann aber auch daran liegen, dass in dieser Sparte Musik, mit dem einen Tag vorher hier eingetrudelten Ceasars Rome Album „The Company we Keep“ die Latte verdammt hoch gelegt wurde.. Insgesamt hätte die Produktion auch etwas spitzer sein können, ich denke so eine Musik kann man ohne innere Zerwürfnisse ruhig imposant, durch Tontechnikerkunst, in Szene setzen lassen, ohne dabei einen Authentizitätsverlust zu erleiden, im Gegenteil. Dennoch sei gesagt, dass der Indie-Rocker von Welt hier sicher solide Kost hat.
Glück Umsonst – Kellermodelleisenbahn (Subwix)
Furchtbar! Einfach nicht auszuhalten! Genau so eine blöde Scheisse wie all’ die anderen Knochenfabrik-Clone Bands, die genau so klingen wollen wie das anvisierte und bis ins letzte kopierte Vorbild. So was finde ich mindestens genau so blöd und langweilig, wie all’ die scheiss Deutschrockbands, die alle nur im ausgelutschten Nach-Schiss der Onkelz kriechen und sich peinlichst angeschissen fühlen, wenn man ihnen genau das vorwirft. Wer auf so einen Blödsinn steht und einen Hirnfurz wie Supernichts, Superfreunde, Casanova’s Schwule Seite, Chefdenker und wie sie alle heißen favorisiert, kann das Ding geschenkt haben, wenn er mir eine Mail mit dem Betreff „die Kopie, einer Kopie einer Kopie –is’ genau so scheiße wie me!“ zuschickt. Hau mir ab mit so `ner Pseudo-witzigen Scheisse, das kann man irgendwelchen ewigen-Studenten „Punks“ verkaufen, die sich einen auf ihre Turbojugend Jacken wichsen und sich für „voll Punk, ey“ halten, aber bitte haltet so eine Scheisse aus meinem Wirkungsbereich!! 0/0
Anticops – Through bleeding eyes.. while everybody’s dying (Puke Music)
„Haha, yeah! – lass’ die gesamte Inneneinrichtung zu Kleinholz schlagen“, war der erste Gedanke nach einlegen dieser CD. Geboten wird knallender HC-Punk, der sich vom ersten bis zum letzten Stück erbarmungslos durchs Programm kloppt. Mitleid sucht man hier echt vergebens und genau das macht die Berliner sympathisch. Entweder diese Welle an Phon und Wut rutsch ins Ohr, oder aber das Ding poltert Dir jede Zahnfüllung einzeln passgenau – im genormten Takt. So oder so, „nebenbei“ hört man dieses Album nicht, dafür sorgt man mit Breaks, knallhartem Schlagzeuganschlag, Chören direkt in die Fresse und einem Gesang, der sich wie’n Köter mit Schaum vorm Mund von der Wade bis zum Ohr festgebissen hat. 14 Stücke hat man untergebracht und die in die Rillen geprügelt – gesungen auf deutsch und englisch.. und spätestens beim Cover von Cotzbrocken’s „Oi!Oi!Oi!“ sitzt das Pfandglas in der Hand verdammt locker und schreit förmlich danach mit lautem Knall danach sich an der Wand in seine Elementarteilchen auflösen zu dürfen.. Was für ein verdammtes Brett!! Wer sich nicht schlüssig ist, ob die 80er HC Punk Kiste noch mal mit Anstand geöffnet werden kann, kann sich hier vom Gegenteil überzeugen lassen! 6/7
Rich Taste – Rich Taste (Crazy Love)
Frische Billy Band, die hörbar fest verwurzelt im Neobilly der 80er zu Hause ist. Gespielt wird ein flotter (Creeper-)Schuh über 13 Nummern und mit einem Tribute Song an „Hank Williams“ beweist man - zumindest in meinem Haushalt- dass man gar kein schlechter Mensch sein kann. Der Funken will dann aber am Ende dennoch nicht so richtig überspringen, denn auch wenn das spielerische hier nicht schlecht ist, fehlt irgendwo das gewisse etwas, was die CD und die Tracks zwar ins Rennen schickt, aber nicht wirklich ankommen lässt. Was echt Schade ist, denn ich bin mir sicher, dass wenn man Stücke wie „Gang War“ live richtig ummünzt, das unter diesen Bedingungen richtig knallen könnte. Man wird sehen was die Jungs draus machen. Ideen haben sie, das Wollen und Können lassen sie hier auch blicken. Umsetzen, Boys!! 1/7
Awaken Demons – The Mirror (trustkill)
Hatebreed Fans sollten Stift und Papier zücken und mit nervösen Fingern Interpret und Titel dieser CD aufschreiben, denn genau in die selbe Kerbe hauen die Italiener von Awaken Demons! Fettes Schlagzeug, wütender Gesang, Gitarren und Bässe, die dir mit jedem Akkord aufs Neue mit der geschlossenen Faust den Nacken „massieren“- hier werden keine Gefangenen gemacht!! Der Gesang schreit dir ohne Umwege und voller Wut ins Ohr und nicht nur bei dem Gesang und den Gitarrenspielereien gegen Ende von „Path of Lies“ fühlt man sich zurückversetzt in alte Zeiten, als eine nicht minder prügelfreudige Band namens Sepultura das Ohr des geneigten Thrashers mit Alben wie „Arise“ und „Chaos A.D.“ beglückte. Es gibt hier also `ne volle Packung an aggressiver und doch melodisch gehaltener Mucke zu hören, die nur darauf wartet in deinen Boxen hochzugehen wie zweiviertel Heizöl/zweiviertel Benzin! Mit nassen Augen kann man sich dazu bereits ein Mosh Pit vom allerfeinsten ausmalen. Anspieltipps „Coming to an End“/ „Path of Lies“/ „Abandon the Darkness“ und „Real“ – diese HC Dampframme bolzt Dir den letzten Rest Schmalz aus den Ohren, den Mutti vergessen hat mit zittrigen Q-Tips zu entfernen! 6/7