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It Dies Today –Lividity (trustkill)

HC Geknüppel, trifft auf Metal Gitarre, trifft auf Epic-Balladen Stelle.. hallo, Metalcore- Album! Bis auf die Epic stelle (ich hasse so was schlichtweg) geht das musikalisch, mit dreschendem Schlagzeug, absolut O.K. und für Freunde dieser sehr ami-orientierten Kapellen gleicher Machart wie Bullet For My Valentine Throwdown, Eighteen Visions und Bleeding Through sicher ein Album, dass sich mit Songs wie „Reckless Abandon“ sicherlich in die Schmiede vorher genannter Kapellen einreihen wird. Mehr kann ich dazu leider sagen, da der Silberling bei allen anderen Titeln (11 an der Zahl hat der Tonträger) aufgrund verkratzter Oberfläche von Metalcore CD zu Breakbeat Scheibe (wenn auch eher unfreiwillig) mutiert ist..


MET – Einmal mit Profis (MET-Records, Puke Music)

Deutscher Punkrock, der mit großer Alternative- Kante zockt. Dazu gibt es `nen Schuss old School 77er Punkrock a la Shocks (deren Smail Shock hat das ganze auch aufgenommen) und mit Titeln wie „Fertigleben“/ „Nur ein Präsident“/ „Kevin“ und „Eure Wahrheit“ hat man ein paar wirklich gute Nummern im Gepäck. Das Gesamtpaket umfasst dabei 16 Titel und erinnert an manchen Stellen an spätere Tocotronic. Wer so einen Stil favorisiert hat hier einen Geheimtipp zum antesten- gleiches könnt Ihr auch bei dieser Band unter www.www.metwurst.de ..ein klick könnte hier für die ein oder andere Überraschung gut sein..


The Boozers – Have another Beer with.. (Neck Records)

Streetpunk, der vom Gesang an Slapshot/ Stars&Stripes erinnert. Gespielt wird das schnelle Tempo, ohne dabei die Melodie aus den Augen zu verlieren, dafür garantieren hier schon sehr rockende Gitarren. Highlight dieser 5 Song CD sind der Titelsong sowie „Which Side you’re on“. Der Rest bewegt sich eher im (oft gehörten) Mittelfeld. Alles nicht schlecht, aber die Messlatte können die Amis sicher noch höher legen, denn so sehr man auch Können zeigt, fehlt hier dann doch schlussendlich etwas der Biss. Für eine 5 Song EP ein okayer erster Schritt- nur bitte in Zukunft mehr Schmackes in der Produktion, denn wer so overdub-schmerzfrei Sologitarren in einen Song switcht, der brauch sich genau so wenig davor zu scheuen etwas mehr Rums im Schlagzeug und der Stimme unterzubringen.
3/7


Social Distrust – Who is my Killer (Wanda Rec.)

Punkrock aus dem Sauerland- na sowas! Gezockt wird allerdings nach Ami Punk Vorbild, so dass Freunde von Bands wie Millencolin, NOFX, Pennywise & Co. hier ruhig mal antesten sollten. Geboten werden insgesamt 10 Tracks und kommen tut der Silberling im nobel aufgemachten Digipack mit schickem Booklet. Ami Punk Fans aufgepasst, die Sauerländer dürften da bedienen was gesucht wird.


Gerbenok – Auf Gedeih und Verderb (KB Records) ++ BEZIRK 7 TIPP ++

Vor dem inneren Auge habe ich noch das Bild vor Augen, als Schlagzeuger Stöbi den „Oi!Oi!Oi!“- Chor, der diese Scheibe eröffnet, professionell dirigierte. Das hat er gut und Taktgenau gemacht und so hat sich der genau eingewiesene Pöbel nun auch auf dem Opener/Titelsong dieser CD wiedergefunden- und die hat’s in sich! Das Debüt hatte mir schon gut gefallen, der Nachfolger jetzt allerdings knallt ohne Zweifel und Abstriche mit 180 Sachen über die Ziellinie, direkt ins Schwarze und auf die zwölf! Und genau 12 Titel hat man auch im Gepäck, von denen KEIN EINZIGER `ne Schwache Leistung darstellt oder gar das Prädikat „Lückenfüller“ verdient. Klare Ansagen gibt es hier, mit nicht allem wird man sich Freunde machen, aber gemäß der dreckigen Straßenrock-Mentalität, die die Band sich selbst auferlegt hat, ist das auch nur die konsequente Umsetzung von dem, was man auch in den Texten vorgibt. Und genau so wie man seine Feinde/Gegner kennt, kennt man auch seine Freunde, was sich im zocken von Liedern über Geselligkeit und Freundschaften genau so spiegelt, wie in Titeln, in denen man unverhohlen der persönlichen „Shitlist“ gedenkt. Musikalisch hat man das Tempo gewaltig angezogen, überzeugt durch schnelle und doch melodiöse Stücke und hat das Höchst-Maß an Chören im Gepäck- mit „2010“ sogar noch einen Fußballsong, wie ich ihn von der Band so gar nicht erwartet hätte. Zwischenzeitlich nimmt man auch Stellung zu den Vorwürfen an die Band, in denen ihnen (nach der Veröffentlichung des Debüts) vorgeworfen wurde „rechts“ (oder wie es NOi!dOi!tsch so schön heißt: „Grauzone“) zu sein. Das wird zwar betreffende Personen nicht wirklich interessieren (da diese der Erfahrung nach so weltoffen und tolerant sind, dass außer deren subjektiv zusammengeschustertem Weltbild selbst die größte Tatsache ohne Gewicht ist, wenn sie ich nicht mit deren Denke deckt), aber wozu sich von andern ohne Reaktion ans Bein pissen lassen. Nebenbei: Während ich noch keinen dieser selbsternannten Internethelden persönlich getroffen habe, die in Internetforen, auf anonym angemeldeten Seiten im Netz oder in semi-professionell gestalteten Broschüren vor der bösen „Grauzone“ warnen, ist mir noch zu gut in Erinnerung geblieben, wie ich mit dem bösen „rechten“ -„Nazi“- „Punk“ Stöbi (alle drei Dinge meines Erachtens unhaltbare Behauptungen, hehe) in einer Kneipe im Saarland gesessen habe, als es zu Stress mit Nazis (die man nicht mal mehr in Anführungszeichen setzen brauch..) gekommen ist und eben dieser furchtbar grauzonige „Nazi-Punk“ einer der WENIGEN war, der die direkte Konfrontation mit selbigen suchte.. davon weiß die Seite der Superkorrekten natürlich nichts..ich würd sogar darauf wetten, dass man davon auch gar nichts wissen will, den selbstgezüchtete Diffamierung schmeckt dann am besten, wenn man vor sich selbst den Grund warum (gern auch durch Nichtbeachtung der Tatsachen) zurecht schönen kann. Wie dem auch sei, hier gibt es ein Album voll von eigener Meinung, ohne Rücksicht auf Zuspruch oder zu verscheissende Sympathie. Ohne Rechtfertigungen, ohne Entschuldigung und ohne Blick auf die großen Bühnen oder den maximal möglichen Erfolg. Hier spielt man für den Underground- man weiß wo man hingehört und spielt musikalisch auf weit höherem Level als manche anderen, die sich als die „großen Namen“ sehen und selbst nach bestem Gewissen von den eigenen Prinzipien entfernt haben. Testet das Album an – guten Gewissens ist hier einlegen und lauschen angesagt, denn hier gibt’s was auf die Ohren dem man gerne Gehör schenkt und von dessen Machart ich mir zumindest mehr wünschen würde! Wer Anspieltipps braucht hört in „Auf Gedeih und Verderb“ / „Provokation „ /“Zieh‘ die Stiefel wieder an“/ Szeneverräter“ / „Ein Skinhead ist frei“ / „Setzen! Saufen!“ / „Das Statement“ und „2010“ `rein. Gediegenes Teil!
7/7


Engrained – Anger Roots and Rock n Roll (SPV)

Dieser EP-Silberling ist ein kleines, raffiniertes Miststück. Beim ersten hören, überwiegt der Eindruck fitten Spiels an den Instrumenten, Hardcore Kante und einem Schuss Punk, dazu ein Gesang welcher beim ersten hören vor allem durch eigene Stimmfarbe, als unbedingt durch gerades einlaufen in den Gehörgang besticht. Nachdem die 5 Lieder zu Ende waren dann trotzdem das Verlangen das Ding nochmal ins Rennen zu schicken, denn aus irgendeinem Grund war diese eine Runde nicht genug. Das Ding signalisierte mehr zu können. Beim zweiten Durchgang, hatte sich das Ding rundgelaufen-auch im eigenen Ohr. Ein dreckiger Bastard aus Rock n Roll, Hardcore, Punkrock, Motörhead, Hanoi Rocks, dreschendem Schlagzeug und hörbar frohem Schaffen der Protagonisten dieser Kapelle. Dicke Hose Gitarren eingestöpselt, Vollröhren Amps aufgedreht, sleazige Soli, satte Bässe, Reichlich Rotze im Kondensatormikrophon.. und das gute Crash Becken kriegen wir auch noch kaputtgeschlagen- Vorbildlich!! Neben den 4 eigenen Smashern gibt es noch ein Poison Idea Cover oben drauf und nach dem ich das Ding jetzt das 5.mal in Dauerschleife höre, spricht auch nichts dagegen, das dreckige dutzend der eigenen Hot Rotation komplett voll zu machen..und die Nachbarschaft vollkommen um den letzten Nerv zu bringen.
6/7


The Pillage – We bear Arms (Dim Records)

Amerika über alles! Selbst der noch so verlorenste Krieg der Geschichte wird hier heldenhaft gefeiert, auch wenn man das reflektierte Denken über so etwas eigentlich Deutschland beigebomb..äh –gebracht hat, sieht man das selbst anscheinend anders. Ansonsten sind die Themen recht schnell mit USA/UNITED STATES sowie US&A auf den Punkt gebracht. Ansonsten bietet man sich selbst als Schützer der Heimat an, wenn man danach schreit die Grenzen mit Waffengewalt zu schützen, damit die „nicht die Landessprache sprechenden, nicht die Geschichte kennenden, auf amerikanische Gelder lebenden Immigranten“ da bleiben wo sie hingehören.
„I wish I was in Dixie Land, look away -Johnny Rebel is who I am, Union or Confideracy“
Keine Ahnung wer so was braucht oder wirklich ernst nimmt, oder um es mit den Worten der Band zu sagen: „We’re from South- so watch your mouth!“ Möh-the Message!
Sollte es einen zweiten Teil von Team America geben, ist das hier def. der Soundtrack dazu.
Das ich beim ersten hören statt „Dixie“ „Disneyland“ verstanden habe wirkt da fast schon tragikomisch..
Die Band spricht sich in „Persecuted Patriot“ dann auch gegen Rassismus aus- so `ne Platte kann echt nur aus Amiland kommen.


Crucial Change – 33 (Dim Records)

Nichts als lächerlich finde ich Leute, die sich in einer Tour über political correctness auskotzen, sich darüber wundern was mit ein „little bit of Pride“ falsch ist und dann auf ihren Covergestaltungen Schwarze Sonnen, Texte a la „American Nationalist is my Breed“ haben und auch ansonsten jedes Klischee der letzten 25 Jahre an RAC runter zitieren.
Da fehlt es mir echt an Interesse auch nur ansatzweise noch wissen zu wollen, was denn die Legion 33 (CC) sein soll, die nach eigener Aussage die Roten rocken wird.
Da ist Patriotismus und falsch verstandene Ehre einfach nur ein Deckmantel, genau wie ein Slogan wie Rock against Communism einfach nur ein Deckmantel für etwas, am Ende, ganz anderes war/ist.
Und genau so wie hier vollmundig „Oi! Ain’t red“ geschrien wir, ist Oi! für mich genau so wenig da geparkt wo rechts nur noch die Wand steht.
Natürlich kann ich mit dieser Einstellung dann nur einer diese „PC Schwuchteln“ sein, mit denen man sich hier in den Texten ständig `rumärgern muss ..ich für meinen Teil kann nur sagen, dass genau so eine Scheisse und das daraus resultierende „keinen Bock darauf haben“ eben genau diesen PC Vollidioten Tür und Tor aufgestoßen hat, die heute alles und jedem auf diktieren wollen wie irgendwas zu laufen hätte.

Und weil mich beide Seiten am Arsch lecken können, kann mich diese Seite gerne als rotes Schwein sehen, während die andere sicher zu berichten weiß, was für ein grauzonen-geniales „rechtes“ Arschloch ich bin. Ich find’ das ganz OK so.


No Alliance – Just getting started.. (Dim Records)

Die Platte ist gut. Und auch wenn es im Grunde total bescheuert ist nach dem hören erst mal ne MeiScheiss-Seite zu checken, auf der es NICHTS an politisch „bedenklichem“ (wie es so schön heißt)zu finden ist und man das auch in den Texten schon nicht getan hat, ist es einfach der Umstand wie sich ein Label wie DIM Records in meinen Augen (und das ist lediglich MEINE Meinung)einfach aufgrund genügend beschissener Aktionen ins Abseits gestellt hat Grund genug dafür. Das mögen viele anders sehen und sicher gibt es weitaus schlimmere Labels in der Welt als dieses Label, aber von denen liegt mir hier weder etwas vor, noch haben diese acuh nicht diesen stetigen Bezug auch in die NICHT-rechte Skinheadszene hinein. Ob das in ein Review gehört? Sicher nicht. Trotzdem aber sicher ein Grund weshalb ich mir sicher bin, dass dieses Album auf einem anderen Label sicher guten (..oder nur besseren..) Gewissens in vielerlei Munde gewesen wäre. Ein, wie im Templars Interview aus der #7 erwähntes (hier im Interviewarchiv nachzulesen) platzieren eines Songs auf einer Labelcompilation zusammen mit eindeutig dem Rechtsrock zugewandten Bands hätte mich da auch als Band einfach abgeschreckt, aber (auch wenn man das grade in NRW oft nicht verstehen will..) –andere Länder- andere Sitten/ Sicht auf Dinge. Musikalisch gibt es hier jeden Falls eine knallharte CD voll schepperndem Hochgeschwindigkeits-Skinhead Sound.


Bootprint- A Part of Us (Dim Records)

Die Franzosen sind stolz auf Ihr Land- das sind die Herren Bootprint genau so.
Und würde das nicht auf einem Label erschienen sein, deren erster Eindruck damals für mich der Verkauf von No Remorse Postkarten war, würde ich darin wahrscheinlich sogar nicht mal ein Magenzwicken bekommen.. Musikalisch ist das alles ohne wenn und aber gut und hätte genau so auf Bords de Seine oder Un vie pur Rien erscheinen können. Textlich ist bei den englischen Liedern nichts zu finden, bei dem man sagen würde dass diese Band das ThemaPatriotismus als Deckmantel für irgendwelche anderen Ideologien benutzen würde.
Wie schon bei der No Alliance CD kann ich nur sagen, dass es einfach für mich seltsam wirkt sich zu beschweren, dass man mit falsch verstandenem Patriotismus angeschissen im Weltgeschehen steht, auf der anderen Seite dann im Zweifel neben Bands des eindeutig rechten, zu punkrockverdächtigen 88%, im gleichen Mailorder oder auf der gleichen Labelcompilation etc. zu finden ist.. das muss jeder selber wissen, aber sich eben auch vom Erbfeind aus Deutschland so eine Scheisse ins Review spucken lassen..


Johnny Nightmare – Psychobilly Scarecrow (Crazy Love)

Das neue Album von Johnhny Nightmare, die mit ihrem Debüt begeisterten und kurz darauf auch live zeigen konnten, dass alles was man auf Platte versprochen hat auf der Bühne gehalten werden kann. Auf „Psychobilly Scarecrow“ zeigt man dann das einiges in der Zwischenzeit passiert ist, vor allem was den Schmiss nach vorne angeht. Hier hat man die Bremsen schlichtweg komplett entfernt und kracht durch sämtliche 14 Songs, dass ein Song wie „Ten Dead Girls“ schon fast als Ballade erscheint. Zum Luft holen kommt man auf diesem Trip dann aber auch nicht wirklich- im Reich von Kunstblut, Zombies, Wahnsinn und vergorenem Kartoffelsalat aber auch sicher genau die beabsichtige Reaktion. Den Spagat zwischen alter Psychoschule und neueren Einflüssen (ohne an die sterile Geschliffenheit -positiv gemeint!!- von Tiger Army anknüpfen zu wollen) schafft man ohne Probleme und wem Nekromantix mittlerweile zu langsam geworden sein sollten, oder wer einfach neben denen noch einen Steelplatz frei hat, kann diese CD/LP dort bestens parken. Eine Band und ein Album der/dem man eine absolute Steigerung zum Debüt ausstellen kann. punkabilly Fans sollten zuschlagen und bei eventuellem Zögern in Nummern wie „Vampire in the Sun“ / „Outta my Grave into your heart“ / „Lucy Forever“ `rein und wird sich auf kommende Live Shows erneut freuen dürfen!
5/7


Maddog Surrender – Bethlehem Steel (Neck Records) ++ BEZIRK 7 TIPP ++

Wenn mich die Erinnerung nicht hängen lässt, hatte diese Band vor nicht all zu langer Zeit noch eine Debüt EP auf Street Anthem Records veröffentlicht. Die war gut. Nicht anders ist auf diesem Vollzeitalbum, dass sich- ohne Rücksicht auf Verluste- vom ersten bis zum letzten Song insgesamt 14 mal wie ein Dampfhammer durchs Programm boxt. Das Schlagzeug drischt wie Sau, und wem die Füllung noch zementsicher in der Schnauze sitzt, bekommt diese spätestens beim Brett an Gitarren amtlich in Stellung gezimmert. Streetpunk ohne Blick zurück und ohne angezogene Handbremse, irgendwo zwischen Templars, Wretched Ones, Bonecrusher und einer Stimme, der man jedes besungene Bier ohne weiteres abkauft. Die Textzeile „We believe in heavy drinking“ unterstreicht man dabei noch zum Ende mit einem Wretched Ones- Cover („Going Down the Bar“) und lässt einen, mit der beruhigenden Sicherheit hier ein hammerhartes Streetpunk Album der oberen Spitzenklasse komplett OHNE Ausfälle gehört zu haben, gerne noch einmal die Play Taste drücken, damit das Ding noch mal `ne Runde laufen kann. Hier ist wirklich kein schlechter Song vertreten und wer mit weiter oben genannten Bands was anfangen kann, der weiß, wo hier die Marschroute liegt! Ein echter Geheimtipp!!
7/7


Junge Römer - Dekubitus Prophylaxe (Bandworm)

Je mehr Deutschrock hier ankommt, desto schwerer tue ich mich mit dieser ganzen Deutschrockschwemme, die auf der einen Seite fast schon allergisch reagiert wenn man den Vertretern selbiger Vorwirft einfach nur im Schatten irgendwelcher Frankfurter Bands zu stehen/ dem nachziehen zu wollen -auf der anderen Seite allerdings von der Selbstbeweihräucherung, zum „Supporter“-Fanclub und Schlussendlich bis zu irgendeinem irgendeinem Onkelzfantreffen auf dem man spielt genau das zu bedienen. Ich kann damit nix anfangen, für mich ist so `ne Musik einfach `ne Kopie von irgendwas, selbst (und das ist das wirklich traurige), wenn versucht wird eigene Einflüsse (die dann meistens auch wieder von woanders her bekannt sind) einzubringen. Und weil ich so `ne Musik meist so gleichgestrickt finde, egal welcher Name da grade auf dem Cover steht, kann man genau so ein Review leider auch sehr oft auf andere Scheiben der gleichen Sparte duplizieren, auch wenn die Wertung im Einzelfall vielleicht variiert.

Was diese CD betrifft kann mich selbst ein nach Latinum klingender Name nicht überzeugen, dass das hier keine Deutschrock Mucke für irgendwelche Bauern ist, wenn Mitglieder der Band Schnauzbärte tragen.
Sorry , aber wenn ich so `ne Musik schon nur zum Kotzen finde, wollte ich wenigstens im Style der Band was positives suchen..

0/7


Scharmützel –Forward into War (Bandworm)

Die Band gibt es nun auch schon eine ganze Weile und was die Kapelle sympathisch macht ist, dass der Stil und die textliche Marschrichtung über all’ die Jahre beibehalten wurde. Keine Statements die einseitig „richtig“ von den anvisierten Richtern über Anstand und Moral verstanden werden, sondern volle Breitseite gegen alle. Links wie Rechts bekommt hier den gleichen schalen Strahl vor die Füße gesetzt- der (mittlerweile) schon „oldschool“ Spirit der 90er existiert also immer noch. Ich müsste lügen, wenn ich nicht zugeben würde, dass das HIER nicht `ne ganz dicke Schnitte ziehen würde!
Auch bleibt man seinem alten Motto treu, die Texte in deutsch und englisch zu präsentieren. Nur der Gesang wirkt diesmal an manchen Stellen etwas zu avanciert gepresst-geraunt/ am Ende der Passagen „ausgehaucht“ und bei einigen Titeln hätte man den Schlagzeuger etwas bändigen sollen- nur weil man einen Metaller an der Schießbude hat (der def. über Können verfügt) finde ich die Kombination 80er Metalschnulze („To die for“) plus stotternde (End- 90er) Metal (Double-)Bass Drum doch eher “pädagogisch wertvoll“. Auch die zweite Ballade „Love is dead“ ist dann nicht nur wegen des verträumt-duseligen Keyboard-Sinthy- Effekts einfach nur als „speziell“ zu betiteln. Auch ein eher befremdliches Outro hätte man sich klemmen können.. so martialisch man sich auch geben will, aber einen Sampleschrei aus „300“?! Ansonsten bietet man aber wieder einige satte Smasher, wie „Working Class Patriots“ / „Szene“ (Daumen hoch!! Besser kann man’s nicht sagen, da ist Magengrubenschmerz bei den genau richtigen Leuten angesagt!!) „The Promise“/ „Gerechtigkeit“ und „Ain’t dead“.
Damit das Auge auch nicht zu kurz kommt, hat Bandworm Records in ein hochwertiges Digipack samt fettem Booklet spendiert- zum nachlesen der Texte, zum mitsingen.. oder zum penibel genauen Auswerten der Moralapostel dieser „Szene“, die hier genügend pööööööse Textzeilen finden werden, um ihrer eigenen Schwester mal wieder (aber dafür anständig) in die Unterwäsche zu wichsen..
Sympathische Kapelle, sympathische Einstellung- weiter so!
5/7


Wishbone Ash – Live in London DVD (ZYX Music)

Die 40 Jahre Geburtstags-Show haben sich Wishbone Ash nicht nehmen lassen auch visuell für die Nachwelt festzuhalten. Im enggepackten Set von 18 Stücken spielt man sich durch die 40 jährige Bandgeschichte, hält bei allen markanten Punkten des stilistischen Schaffens und spielt ein facettenreiches Set früher, folgender und aktueller Stücke, die sich einmal über das gesamte spielerische Können von erlebt- und erspielten Jahrzehnten erstrecken. Bombast Rock, Led Zepplin vergleichbarer Dinosaurier Rock und Mainstream taugliche Rock Songs mit knappen Riffs oder Balladen werden mit „Growing up“ / „Rainstorm“/ „The Way of the Word“/ „everybody needs a Friend“ und „Bowin’ free“ gewürdigt und zeigen die Vielfalt der Band und auch den Grund, wieso man so ein Pferd über 4 Dekaden sicher im Rennen halten kann. Oben drauf gibt es dann noch einen 51minütigen Roadmovie, der die Momente hinter der Bühne und vor den Konzerten einfängt. Classic-Rock Fans dürften mit dieser DVD ein absolutes Must Have auf dem Wunschzettel haben.